E Schnaagg

E Schnaagg… in meinem Schlafzimmer, an der Wand direkt neben meinem Bett. Ein Riesending. Ich hole mir einen durchsichtigen Becher und fange ihn ein. Sorgfältig schiebe ich sodann einen Karton unten durch. Der Schnaagg bewegt sich von selbst auf den Karton; sehr vorsichtig tappt er seitwärts drauf mit seinen langen Beinen. Derweil betrachte ich ihn. Er ist schön und gleichzeitig etwas gruselig mit seinen dünnen Beinchen und dem beinahe klappernd dünnen Körpergestell. Wie er ganz auf dem Karton ist, bewege ich Becher und Karton weg von der Wand. In dem Moment sehe ich, wie er einen Schock erleidet. Sein Schwanz, der unterste Teil der gut sichtbaren Wirbelsäule, zieht sich unmittelbar nach hinten zusammen und stellt sich auf. Sieht aus wie ein sehr ungesundes hohles Kreuz, aber ganz am unteren Ende der Wirbelsäule. Ich beginne sofort mit ihm zu sprechen: «Keine Angst, ich bringe dich nur raus und lasse dich dann frei.» Doch er scheint mich nicht zu hören und beginnt nun panisch im Kreis herum zu gehen, tastend an den Becherwänden, als ob er da hochklettern wolllte. Ich eile durchs Zimmer hinaus auf den Balkon und nehme den Karton weg. Im Nu und ohne jedes Zögern fliegt der Schnaagg hinaus ins Freie, steigt auf in die Luft. Mir wird ganz leicht ums Herz und ein Grinsen zieht mir die Mundwinkel hoch.